Hej, min kompisar. Ich hoffe es geht Euch gut und Ihr seid standfest ins neue Jahr gerutscht. Am Montag hat viele von uns der Job wieder in festen Händen, trotzdem wünsche ich Euch, dass Ihr motiviert und gestärkt anpackt und Eure Wünsche für 2016 in Erfüllung gehen werden. Als kleine Inspiration für den "grauen" Januar kommt hier die Geschichte der Januarfee... viel Spaß beim Lesen wünscht Euch Eure Melanie :-)
Als die Januarfee das Glück suchte
Am ersten Tag des neuen Jahres zog die Januarfee ins Land. Sie war
ungeduldig und konnte es kaum erwarten, mit ihrer Arbeit zu beginnen.
Das Jahr war neu und rein. Ihr Monat, der Januar, stellte den Anfang
der kommenden Zeit dar.
Die Januarfee lächelte. Sie liebte alles Neue und sie liebte ihren Monat.
Voller Vorfreude schwebte sie über das Land. Das aber sah gar nicht neu
aus. Es strahlte auch keine hoffnungsfrohe Glückseligkeit aus. Nein, alt
und grau schien es zu sein. Verbraucht. Auch traurig irgendwie. Die
Menschen und Tiere schienen unzufrieden zu sein mit dem Neuen, das das
Jahr im Januar brachte. Viele Tiere schliefen, andere jagten stumm ihrer
Nahrung hinterher. Müde schienen sie zu sein. Müde wirkten auch die
Menschen. Müde, lustlos, auch ängstlich und bekümmert und dennoch schon
wieder nervös und gestresst.
Was war los mit dem Januar? Ermüdete er das Land? Ließ er seine Bewohner nicht zur Ruhe kommen? Jagte er ihnen gar Furcht ein?
Die Fee war bestürzt.
„Wurzelt das neue Jahr im Grau des Winters?“, rief sie aus. „Nein. So
stelle ich mir das Leben in meinem Monat nicht vor. Auch im grauesten
Grau schimmert ein Leuchten, ein Blau.“
Die Januarfee sah zum Himmel empor. Wolken. Dicke graue Wolken hingen
über dem kahlen Land. Für fröhlich weiß glitzernden Winterschnee schien
es noch nicht bereit zu sein. Es hatte nur Platz für Kälte, Feuchtigkeit
und düstere Ungemütlichkeit.
„Glück!“, murmelte die Fee. „Das Glück für das neue Jahr. Noch fehlt es.
Oder zumindest der Glaube daran. Ihm Raum zu schaffen in meinem jungen
Monat sollte meine wichtigste Aufgabe sein. In jeder kleinen leisen
Freude steckt auch ein Stückchen Glück.“
Sie hob die Arme und breitete sie weit über dem Land aus.
Und weit über das Land legte sich der Atem ihres blau-weiß-grau
gestreiften, nach frischem Schnee, Vanille-Eis und heißer Schokolade
duftenden Umhangs.
Dabei sang sie ihr leises Lied vom kleinen Glück:
„Der Himmel ist grau,
doch siehst du ein Blinken,
ein schimmerndes Winken,
in zaghaftem Blau?
Unsichtbar versteckt,
das Ziel noch verborgen,im Schleier des Morgen.
Glück dem, der’s entdeckt.
Das Glück prägt die Zeit.
Für jeden ein Stückchen
vom ganz kleinen Glückchen, für jeden bereit.
Noch jung ist das Jahr.
Doch ahnst du ein Freuen,
ein Hoffen des Neuen
stumm zauberzart klar.
Die Januarfee sang ihr Lied viele Tage, und aus ihrem Zauberumhang
fielen Millionen klitzekleiner Glücksteinchen auf Straßen und Dächer, in
Höfe und Gärten, auf Wiesen und Felder, auf Berge und Wälder, auf
Flüsse und Seen, auf Dörfer und Städte. Sie machten das Wintergrau jeden
Tag ein bisschen heller und zauberten ein klitzekleines Lächeln in die
Gesichter der Menschen.